08.
Apr.
2016
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Im wilden Westen der Toskana

Italien, Schlaraffenland für Kids – täglich ein Eis und aufbleiben bis spät. Reisebuchautorin Britta Schmidt von Groeling verrät ihre Lieblingsorte

Neue Abenteuer für Kim! Das ist die kleine Weltenbummlerin, die Britta Schmidt von Groeling in ihren Kinderreiseführern um die Welt schickt. Im neuesten Buch Italien for kids geht's nach Bella Italia. Darin berichtet Kim, was sie an der Seite ihres Urlaubsfreunds Matteo so alles erlebt und erfährt. Hier gibt's Antworten auf die Fragen, die die Kids interessieren: Warum dürfen die Kinder in Italien so lange wach bleiben? Welches Eis schmeckt am besten? Was für Tiere leben hier?

Die Recherchereise zu ihrem Buch hat Britta allein mit ihren beiden Kids (5 und 6 Jahre alt) per Auto ab Berlin unternommen, 25 Tage lang waren sie vor Ort. Hier verrät euch Britta ihre Insidertipps und Lieblingsorte in Italien!

Saint Iva: In deinem Buch ist ein ganzes Kapitel dem Gelati gewidmet. Harte Recherche, oder?

Britta: Absolut! Wir haben fast jeden Tag ein Eis gegessen, jeder 1 Kugel, manchmal auch zwei, 25 Tage unterwegs, macht bei 3 Leuten etwa 75 Kugeln Eis!

Wo hat's am besten geschmeckt?

Gegenüber vom Strand in Santo Stefano al Mare in Ligurien, aber wie hieß der Laden? Es war eine ganz normale Gelateria... und wie üblich einfach köstlich! Uns haben die Sorten mit viel Milch und Früchten oder Schokolade am besten geschmeckt.

Wo wart ihr überall?

Unsere erste Station nach München war der Lago Maggiore, Corte di Brenta. Wir haben dort in einem kleinen Dorfbauernhof aus dem 18. Jahrhundert übernachtet. Dann ging es weiter nach Santo Stefano al Mare. Von dort aus haben wir viele Ausflüge gemacht: Nach San Remo zu einer kleinen Dorfkirche und verwinkelten Sträßchen, in das malerische Bergdorf Badalucco zu einem kleinen Kunstfestival und nach Triora, um die Geschichte der Hexen in der Gegend kennenzulernen.

Auf dem Rückweg sind wir in die Berge gewandert und in einem kleinen Bergflüsschen schwimmen gegangen – einfach herrlich! Danach sind wir weitergefahren in die Toskana – dort haben wir uns rund um Massa Maritima aufgehalten, das ist schon in der Maremma, oder im wilden Westen der Toskana, wie die Gegend genannt wird. Die Landschaft ist sehr lieblich mit ihren sanften Hügeln und den flirrenden Olivenbäumen. Und wir haben noch einen Zwischenstopp am Comer See eingelegt.

Welches war das tollste Ziel & die schönste Unterkunft?

Ich habe mich in Ligurien verliebt. Was mich fasziniert hat, sind die steil aufragenden Berge, ihre Schroffheit, die steilen Straßen, die unser armes Auto erklimmen musste, die pittoresken Dörfchen mit den vielen engen Straßen und alten Gemäuern, kleinen Kirchen und hübschen Parks mit uralten Bäumen. Gleichzeitig gibt es aber auch das Meer mit den tollen Stränden und dem relaxten Beachlife. Das Essen ist in Ligurien auch noch mal sehr besonders, es gibt tolles Gemüse, das in der Region angebaut wird und viel Pulpo und Fisch.

Wie hast du es geschafft, deinen Kids auch Kultur & Geschichte schmackhaft zu machen?

Ich habe mir Geschichten dazu ausgedacht. Gerade in den alten Dörfern in den Bergen fiel mir das leicht – eine Rittergeschichte oder einen Piratenschwank kennt ja jeder. Oder wir haben gemeinsam überlegt, wie die Leute früher hier gelebt haben. Dann kann man auch mal für eine kurze Zeit in eins der kleinen Heimatmuseen gehen, das ist für kleine Kids auch spannend – besonders, wenn sie noch die Geschichte von früher im Kopf haben.

Schwieriger fand ich es, die touristischen Highlights mit den Kindern zu besuchen, wo sehr viel los war und sich die Leute gedrängt haben. Wir haben uns lieber etwas abseitige Orte ausgesucht und sie uns dafür in Ruhe angeschaut – dann konnten die Kinder auch Fragen stellen und ich hatte Zeit, sie zu beantworten. Ich habe dazu auch einen Blogbeitrag geschrieben.

Wie war's als alleinreisende Mom?

Eigentlich super – so konnte ich das Tempo alleine bestimmen und musste mich nicht absprechen. Je mehr Personen dabei sind, desto mehr Wünsche gilt es ja auch, unter einen Hut zu bringen. Ich habe aus Recherchegründen auch viele Dinge mit den Kindern unternommen, bei denen ich ihre Reaktion ausprobieren wollte. Da ich schon einige Male in Italien war, gab es bei mir keine lange Liste mit Sehenswürdigkeiten, die ich abklappern wollte. Das hat vieles entspannt.

Und: Ich habe Selbstversorgerappartements gebucht, so dass wir abends zu Hause essen konnten. Wir sind lieber mittags essen gegangen und haben abends zu Hause Pasta gemacht. Klar ist es manchmal schön, wenn man mal sagen kann: Ich lese jetzt ein Buch, und die Kinder gehen mit dem Partner schwimmen. Aber es ging auch so und war echt prima. Ich wollte das schon lange mal machen: Die Kinder ins Auto laden und einfach losfahren!

Deine Do's und Don'ts – Was muss man gesehen oder ausprobiert haben, was kann man sich schenken?

Do's: Berge, Meer, Strand, kleine Dörfchen, Eis essen, Pizza & Pasta, mal 6 Gänge essen (meine Kinder reden heute noch davon, wie viel Mama essen „musste"), Konzerte und kleine Festivals in Dörfern abpassen, mal in eine tolle alte Kirche, überladen mit Kunstwerken reingehen (aber nicht zu lange, die Kinder sind schnell überfüllt an Eindrücken) und dann als Kontrastprogramm in eine schlichte Dorfkirche (dort kann man dann auch mal etwas erklären).

Don'ts: Rom im August – zu heiß. Zu viele touristisch überladene Orte anzulaufen, lieber gut dosieren, in der Mittagszeit nicht auszuruhen.

Ein schönes Mitbringsel?

Ich habe mir Geschirr mitgebracht. Es gibt aber auch natürlich wunderbare Lebensmittel – besonders toll sind die winzigen Artischockenherzen in Öl. So kleine habe ich hier in Deutschland nicht gefunden. Und Mode. Und Leder. Und Kunst. Und Schuhe. Und Wein. Und und und....


„Italien for kids" von Britta Schmidt von Groeling ist im März 2016 im Verlag „World for kids!" erschienen und kostet 14,95 Euro. Er richtet sich an Kinder ab 4 Jahren. Mehr Infos, Shop und Blog unter World-for-kids.com

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