07.
May.
2016
#

Gestern Tramper, heute Babytrage

​Kinderhaben und Coolsein, hier schließt es sich nicht aus: The Circus in Mitte. Familienfreundliche Hotels in Berlin, Teil 3

„Warte, das beste kommt noch“, sagt Nina, als ich hinter ihr mit einem leisen „Wow“ die Deluxe-Wohnung im The Circus Apartmenthaus betrete. Wir gehen durch den lichtdurchfluteten Wohnbereich – Parkettboden, zartgrüne Wände, Sofa in rosé – zum Riesenbalkon mit Blick über die Dächer von Mitte und, besser noch, in die Wohnungen der Choriner Höfe. Interessant, was die Nachbarn vom Edelwohnkomplex da so alles auf ihren Balkonen lagern: ein zerknautschtes Planschbecken, eine Kiste Champagner und ein noch halb geschmücktes Weihnachtsbaumskelett kann ich erkennen.

Nina geht schon weiter. Sie betreut die Unternehmenskommunikation für The Circus und ist mein Guide. Vom Balkon aus führt eine Wendeltreppe in die Höhe. Jetzt sehe ich, wofür ich mir das „wow“ hätte aufsparen sollen: eine 100 Quadratmeter große Dachterrasse. Panoramasicht vom Regierungsviertel über Fernsehturm bis Pfefferberg! Auf den Planken sind verschiedene Sitzbereiche verteilt, damit man den Ausblick in alle Himmelsrichtungen genießen kann. Dazu eine Art hölzerner Guckkastenbühne mit Sitzbereichen, auf denen man sich stilvoll selbst inszenieren kann. Kinderhaben und Coolsein, hier schließt es sich nicht aus!

Komplettservice mit Babysitter, Buggy, Brötchen

The Circus war nach dem Mauerfall das erste Hostel der Stadt, sein damaliger Standort hatte die Adresse Am Zirkus; daher der Name. Heute ist The Circus ein kleines Übernachtungsimperium mit drei Standorten in Mitte und einem Angebot für jedes Budget: es gibt das Hotel am trubeligen Rosenthaler Platz, schräg gegenüber das Hostel und ein paar Meter weiter in der ruhigen Choriner Straße das Apartmenthaus.

The_Circus01196HDR.jpg

„Unser Publikum ist ja auch mitgewachsen“, erklärt Nina. Für die einstigen Backpacker, die heute mit Kind und Kegel reisen und es gern ein bisschen luxuriöser haben, stehen im Apartmenthaus 21 Wohnungen zur Verfügung – für zwei, vier oder sechs Personen. Vom Babysitter über den Buggy bis hin zum Frühstücksservice organisiert der Concierge alles, was Familien brauchen.

Das Design lieben Groß und Klein

Dazu kommen Extras wie ein Kinderkoffer mit Spielzeug, Plüschtieren und Büchern. Außerdem gibt's in der Bluray-Bibliothek Familienfilme. „Am besten kommt bei den Kids aber das iPad an, das wir unseren Gästen bereitstellen. Da sind auch ein paar Kinderspiele drauf“, weiß Nina. Neben wertvollen Infos zum Berlinbesuch natürlich.

Wer nicht auf Clownsgesichter und Fantasieuniformen steht, kann übrigens entwarnt werden. Der Name The Circus findet sich nur im Logo mit dem schwungvollen Zelt nieder, nicht im Interior. Für das ist Designerin Sandra Ernst zuständig. Sie hat einen unverwechselbaren Look für alle drei Häuser geschaffen, der mit seinen verspielten Elementen irgendwie punktgenau die Mitte zwischen Kinder- und Erwachsenengeschmack trifft.

The_Circus01096HDR.jpg

Da gibt es Blümchentapeten als bunter Hingucker, eine gemalte Zitrone überm Küchentisch, einen grimmigen Dackel auf dem Kissen, nostalgische Truhenkoffer als Nachttisch und gewürfelte Teppiche, die Kids als Parkplatz für Spielautos lieben. Mit ihrem Händchen für das Zusammenspiel ungewöhnlicher Farben kombiniert Sandra Ernst auch mal Azurblau mit Rosa oder setzt mit Lila ein Statement.

David-Hasselhoff-Museum & Bunkerführung

Sind die Kids im Apartment erstmal gut versorgt, stehen den Eltern allerlei Annehmlichkeiten zur Verfügung: Yogaklassen auf der Hoteldachterrasse, „Gin & Jazz“-Events im Hotelrestaurant oder ein Bier-Tasting in der Hostel-eigenen Mikrobrauerei. Ein Blick in das winzige David Hasselhoff-Museum gleich nebenan darf nicht fehlen – kurios!

Für Unternehmungen mit Kids haben Nina und ihre Kollegen eine Vielzahl an Tipps. Dies ein paar Highlights jenseits von Brandenburger Tor und Madame Tussauds:

  • Park am Weinbergsweg, direkt vor der Haustür. Hier merkt man, dass Mitte und der angrenzende Prenzlauer Berg zu den kinderreichsten Gegenden Berlins gehören. Bei Sonnenschein herrscht ein reges Getummel im Café, auf den Liegewiesen und dem Spielplatz mit Planschbecken
  • Gut 3 km weiter nördlich, im weniger gelackten Wedding, liegt der Volkspark Humboldthain. Auch hier kann gespielt, geklettert und im Winter gerodelt werden. Ein ehemaliger Flakturm trägt heute den Namen Humboldthöhe und dient als Aussichtsplattform
  • Der Verein Berliner Unterwelten bietet Führungen durch historische Bunkeranlagen an. Es gibt auch eine kindgerechte Tour durch den Kreuzberger Fichtebunker, bei der den Kindern der Lebensalltag von Familien während des Zweiten Weltkriegs erklärt wird
  • Berge hat Berlin nun gar nicht vorzuweisen, obwohl so viele Bezirke die Endung -berg im Namen tragen. Wer das Klettern vermisst, ist im MountMitte richtig, einem modernen Hochseilgarten nur 1 km vom The Circus entfernt. Hier powern sich Kids ab 7 Jahren aus
  • Einen Riesenspaß bietet das Science Center Spectrum neben dem Technikmuseum in Kreuzberg. Bei vielfältigen Experimenten dürfen sich Kinder als Nachwuchs-Physiker versuchen, außerdem sorgen die guten alten Zerrspiegel in verschiedensten Varianten für extrem lustige Selfies

Hier noch ein paar weitere Impressionen aus dem Circus Hotel und Apartmenthaus:

elanhotelpix_circusapts_roomgross_6065.jpg

20150303-13088.jpg

Mu-ller-009.jpg

Walter-003.jpg

Alle Infos zum The Circus unter circus-berlin.de, Telefon: +49 (0) 30 2000 39 39, Email: info@circus-berlin.de.

Einige Preisbeispiele für Familien: 4-Personen-Studio im Hostel ab 150 € pro Nacht. 3-Zimmer-Apartment im Hotel ab 170 € pro Nacht. 4-Personen-Apartment im Apartmenthaus: ab 220 € pro Nacht (ab 7 Nächten: 200 €).


Braucht ihr noch mehr Empfehlungen? In der Reihe „Familienfreundliche Hotels in Berlin“ sind bereits Beiträge über den Neuköllner Hüttenpalast und das Louisa's Place in Charlottenburg erschienen.

Konversation wird geladen