05.
Aug.
2016
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App in die Ferien!

Ob unterwegs oder zu Hause – Apps können Beschäftigungs-Wunder für Kinder sein. Die besten kennen die Mädels von Ene Mene Mobile

Die Ferienzeit mit Kindern hat immer wieder ihre herausfordernden Momente; sprich: Momente, in denen man händeringend nach einer Beschäftigung fürs quengelnde Kind sucht. Sei es zu Hause oder auf Reisen. Eine schöne App, kurz mal zwischendurch gespielt, könnte die Lösung sein... Nur: welche Apps sind wirklich gut und kindgerecht, werbefrei, witzig, noch dazu lehrreich?

Ich habe mir Rat bei Martina und Feli von Ene Mene Mobile geholt. In ihrem tollen Blog stellen die beiden Freundinnen die besten Kinder-Apps der verschiedensten Kategorien und Altersklassen vor. Martina ist Fotografin und Mediengestalterin, Feli ist Art Direktorin, da liegen ihre Interessen nah: Beide lieben schöne Illustrationen und kreative Geschichten. Alle ihre Empfehlungen sind handverlesen und wurden von ihnen selbst getestet. Auslöser für ihre Blog-Idee war die Entdeckung der App Kleiner Fuchs Kinderlieder, die ihnen so gut gefiel, dass sie mehr davon entdecken wollten – und Eltern die Suche danach erleichtern.

Saint Iva: Aus aktuellem Anlass – steigen wir doch gleich mal mit Pokémon Go ein. Ist das eine empfehlenswerte App für Kinder?

Martina: Grundsätzlich finden wir subjektiv gesehen Pokémon Go gar nicht schlecht, wir spielen es selbst auch sehr gerne. Die Idee, für das Spiel vor die Tür gehen zu müssen und so an die frische Luft zu kommen, ist erstmal super. Durch das Spiel treffen sich ganze Freundeskreise im „echten Leben‟, anstatt sich nur über soziale Medien Bildchen hin und her zu schicken. Wie bei jeder Medaille gibt es hier aber auch eine Kehrseite. Die App ist gratis und finanziert sich über in-App-Käufe, die nicht sonderlich vor Kinderhänden geschützt sind.

Feli: Daher würden wir die App nie auf unserem Blog empfehlen. Sie ist unserer Meinung nach frühestens ab dem jugendlichen Alter ratsam. Jüngere Kinder können vielleicht mit ihren Eltern auf Pokémon-Jagd gehen, alleine mit dem Handy durch die Gegend laufen sollten sie sicherlich nicht.

Außerdem besteht bei derartigen Spiele-Apps, bei denen es kein Ende gibt, sondern die aufs Hochleveln abzielen, eine erhöhte Suchtgefahr. Somit muss bei Pokémon immer eine hohe Vernunft und Reife vorausgesetzt sein. Wir denken, die App ist keine Kinder-App, wenn man aber alt genug ist, macht sie schon Spaß und ist im App-Angebot einfach eine kleine Revolution.

Ok, also erstmal Finger weg davon... Welche Apps empfehlt ihr denn, z.B. speziell für eine Reise oder Wartezeit für Kinder?

Feli: Es gibt Apps, die so aufgebaut sind, dass sie die Konzentration des Kindes benötigen und sie so für eine Weile beschäftigen können. Wenn es gute Apps sind, brauchen die Eltern dann kein schlechtes Gewissen zu haben, den Kindern zur Ablenkung das Tablet in die Hand zu drücken. Die Wimmel-App Mein Flughafen zeigt den Kindern auch gleichzeitig die Abläufe am Flughafen.

Martina: Eine schöne Spiele-App für Wartezeiten ist z.B. auch AZZL: Ziel der einzelnen Level ist es, ein durcheinander geratenes Bild wieder zu ordnen. Das Motiv ist ein kleiner Animations-Loop – hier gibt es immer etwas zu Lachen und gleichzeitig werden logische Fähigkeiten trainiert.

Was gibt es denn alles für Kategorien bei den Kinder-Apps?

Martina: Früher waren die Kategorien noch stärker abgegrenzt, mittlerweile verschwimmt es ganz schön. Eine reine Kinderbuch-App zum Lesen bzw. vorlesen lassen gibt es kaum noch. Jetzt werden die Lese-Apps mit Minispielen vermischt, um eine App noch interessanter zu machen. Lern-Apps sind auch oft mit einem spielerischen Charakter oder einer kleinen Geschichte versehen.

Feli: Aber im Grunde kann man schon zwischen diesen drei Kategorien unterscheiden: lesen, lernen und spielen. Wir finden aber, wenn eine App alle drei Aspekte vereint, ist das schon ein Hinweis dafür, dass die App sehr gut ist.

Ab welchem Alter geht's los?

Feli: Für Kleinkinder gibt es viele schöne Minispiel-Apps, die gleichzeitig Fähigkeiten fördern. Wimmelbuch-Apps sind da ein gutes Beispiel. Auf den ersten Blick sind es „nur“ unterhaltsame Suchbilder, aber gleichzeitig fördert das Suchen Konzentration und grundlegende logische Fähigkeiten. Für Vorschulkinder gibt es das größte Angebot im App Store, z.B. viele ABC-Lernapps oder interaktive Gute-Nacht-Geschichten.

Martina: Für Grundschulkinder gibt es ebenfalls einige Lernapps, die den Schulstoff spielerisch behandeln. Außerdem sind klassische Kinderbuch-Apps für dieses Alter gut geeignet – eine schöne Beschäftigung für zwischendurch. Ältere Kinder haben dann eher an coolen Spiele-Apps Spaß. Gerade da muss man dann aber aufpassen, dass es gute Apps ohne in-App-Käufe oder Werbung sind.

Was für Lerneffekte können per App erzielt werden?

Martina: Da Apps oft mehrere Sinne ansprechen – hören, sehen und motorische Fähigkeiten – trainieren sie diese unterbewusst. Es gibt Apps, die z.B. Multi-Touch-fähig sind, das heißt sie müssen mit mehreren Fingern gleichzeitig bedient werden. Viele Spiele-Apps sind so konzipiert, dass sie logische Fähigkeiten und das Gedächtnis trainieren, wie Memory oder Rätsel-Apps.

Feli: Buchstaben oder Vokabeln oder andere Lernthemen wie Biologie oder Erdkunde können ebenfalls ein Thema sein – eine App bringt dem Kind solche Dinge oft auf Augenhöhe und mit viel Unterhaltung bei, so dass der Lerneffekt unterbewusst und ohne Druck entsteht.

Für ein sorgenfreies Spielen am Handy sollten Eltern immer darauf achten, dass das Gerät kindersicher gemacht wurde – das heißt, dass bestimmte Funktionen gesperrt sind, darunter die App-Käufe.

Wie steht ihr zu den möglichen negativen Effekten, z.B. „Suchtgefahr“, ständiges Glotzen auf einen Bildschirm zusätzlich zum TV-Konsum, frühes Quengeln nach eigenem Handy etc?

Feli: Eltern sind wie auch bei anderem Medien-Konsum natürlich dazu angehalten, ein Auge darauf zu haben, was und wie lange ihre Kinder am Tablet oder Smartphone machen. Je jünger das Kind, desto wichtiger ist das und desto kürzer sollten die Zeiten am Handy sein. Apps für Kleinkinder sollten unserer Meinung nach immer mit einem Elternteil gemeinsam gespielt werden.

Martina: Für ein sorgenfreies Spielen am Handy sollten Eltern immer darauf achten, dass das Gerät kindersicher gemacht wurde – das heißt, dass bestimmte Funktionen gesperrt sind, darunter die App-Käufe. In Kinder-Apps haben außerdem Werbung und in-App-Käufe nichts zu suchen – das ist Aufgabe der Eltern, die richtigen Apps zu finden. Unser Blog wird ihnen dabei helfen, denn wir stellen nur kindersichere Apps vor.

Feli: Wird der Konsum von Medien reglementiert und kontrolliert, spricht aber unserer Meinung nach nichts gegen ein wenig Spaß am Handy. Eine gesunde Mischung aus analogem und digitalem Spielzeug ist wichtig. Das Verhältnis zu finden, liegt im Ermessen der Eltern. Im Grunde finden wir aber eine gewisse Medienerziehung heutzutage unerlässlich – das heißt aber, dass sich die Eltern zuerst genug selbst damit beschäftigen müssen.

Was ist eure Lieblings-Kinder-App zur Zeit?

Martina: Meine Lieblings-App zur Zeit ist Sprechendes ABC. Eine wunderschön gestaltete Buchstaben-Lern-App mit Knetfiguren, putzigen Animationen und Minispielen.

Feli: Ich finde die Bilderbuch-App Deine laute Welt ganz toll. Durch Wischen fährt man durch ein liebevoll illustriertes Panorama-Bild voller exotischer Tiere und entdeckt die Geräusche, die die Tiere so machen.

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