21.
Jul.
2016
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Schokolade zum Frühstück, Mittag, Abendbrot

Laut einer neuen Studie verringert extra viel Süßes die Gefahr für Übergewicht bei Kindern. Süßer Wahn? Wir geben ihm uns gern hin

Mehr Süßes essen macht weniger dick – wenn das keine erstaunliche Nachricht ist! Ich habe sie bei daddylicious entdeckt, höchst wissenschaftlich bewiesen und bierernst geschrieben: Amerikanische Forscher haben zu ihrer eigenen Überrraschung herausgefunden, dass Kinder und Jugendliche mit dem höchsten Süßigkeitenverzehr ein niedriges Risiko für Übergewicht und Adipositas haben.

Kaum zu glauben! Oder bin ich auf einen Aprilscherz im Juli hereingefallen? Wenn die Meldung stimmt, sorgt sie jedenfalls für eine große Entlastung bei mir. Süßes ist ein Thema in unserer Familie, immer wieder...

Nachtisch als Hauptmahlzeit

Da hängt schon manchmal morgens der Haussegen schief, wenn Papa einen „Paula-Joghurt“ (wie die Kinder ihn in trügerischer Absicht verharmlosen) zum Frühstück erlaubt und ich dezent darauf hinweisen muss, dass es sich dabei um Schokovanillepudding handelt – nicht gerade ein vollwertiger Start in den Tag, noch dazu in Kombination mit einem Nesquick-Trinkpäckchen. Wir sind doch keine Trash-Familie!

Aber das eigene Aufwachsen prägt natürlich, bei mir wie bei ihm... Während bei uns Süßes streng rationalisiert war (und meine Schwester und ich in gewissen Zeiten trotzdem – oder deshalb?? - immer mit Hüftgold zu kämpfen hatten), floss die Süßquelle im Hause meines Mannes ungehemmt: Kuchen, Cola, Kekse, Bonbons, Sahne, Eis... Kein Wunder, dass er Schokolade wie Brot isst (also tafel-, nicht stückeweise) und die eigentliche Hauptmahlzeit für ihn nach dem Abendessen beginnt, wenn er sich unbeobachtet seinen Snickers widmen kann.

„Ist heute Eiswetter?"

Und die Kinder? Naja, es gibt Tage, da lassen sie beim Kita-Abholen das zeitraubende „Hallo, Mama“ gleich weg und quaken mir „Gummibärchen!!“ – „Caprisonne!!“ entgegen. Als nächstes: „Ist heute Eis-Wetter?‟ Das rührt natürlich auch daher, dass ich relativ großzügig mit dem Zeug umgehe. (Eigene Erfahrung: das Rationalisieren macht einen ja nur noch schärfer darauf). Die Kinder sind schlank, genau wie ihr Vater, sie bewegen sich viel, putzen sich 3x täglich die Zähne... Und doch werde ich immer sauer, wenn sie den Hals einfach nicht voll bekommen können und mich mit Gequegel zu erpressen versuchen. Da beißen sie auf Granit. Meistens.

Ich liebe Süßes ja selber, backe ganz gern und bin von Regenbogentorten auf Geburtstagsfeiern ehrlich beeindruckt. Beim backen lasse ich mir sogar von den Kindern gern helfen, was ansonsten beim Hantieren mit kochendem Spaghettiwasser, scharfen Messern und kiloschweren Pfannen definitiv nicht der Fall ist.

Hier möchte ich noch meine Lieblings-Websites und Berliner Orte zum Thema Süßes (auch gesundes) mit euch teilen, darunter zwei Mega-Geheimtipps, die euch kuchensüchtig machen werden und allein schon den Weg nach Berlin wert sind, von wo auch immer ihr kommt :-)

  1. Pokémon Go Cupcakes sind der letzte Schrei auf Sallys Rezepte-Blog. Aus bunter Modellierschokolade formt man zuerst die Pokémon-Charaktere, die dann auf die Mascarponemasse auf den Küchlein gedrückt werden. Der Knaller auf der nächsten Party und Gesprächsstoff ohne Ende.
  2. „Kekse, die die Welt verändern“, stellt die Kekstesterin vor. Bestimmt hatte sie schon als Kind ein ganz besonderes Verhältnis zum Krümelmonster. Ihre Kekslust verbreitet sie mühelos über alle Jahreszeiten, aktuell gibt's bei ihr Schoko-Cantuccini an Mango-Sorbet – so knuspert der Sommer.
  3. In ihrem Blog 24minutes hält Nina aus Hamburg ausschließlich Rezepte bereit, deren Zubereitung weniger als 24 Minuten dauert. Ideal für mich! Ich schaffe es sogar in weniger als 24 Sekunden, ihre gefrorenen Weintrauben vorzubereiten – einfach in die Kühltruhe und warten. Lecker zum snacken oder als Prosecco-Krönung.
  4. Mit dem Softeis-Rezept von Cupcakes and Cashmere erlebt ihr euren ganz persönlichen „L.A.-Moment". Die perfekte Kreuzung aus Eiscreme und Frozen Yoghurt, und man kann es zu Hause ganz ohne Eismaschine herstellen.
  5. Durch die veganen Fruchtgummisorten haben wir uns im Café Grünohr in Berlin-Mitte probiert. Hingelockt hatte uns vor allem die Magic Candy Factory: der erste 3D-Fruchtgummi-Drucker der Welt! Bei uns kam ein glitzernd-blaues Ampelmännchen heraus.
  6. Noch mehr tolle Berliner Adressen: Frau Behrens Torten, eine Schokolaterie und Konditorei mit Café in Friedenau. Ob mehrstöckige Mangotorte oder fluffige Zitronentarte, die Kuchen sind wunderbar, die Einrichtung wie bei einer Bilderbuch-Omi.
  7. Zum Schluss die Adresse zum leckersten Kuchen der Welt: koriat.de. Eine Kuchenmanufaktur mit Sitz in Weimar, und nur Langzeitabhängige wie ich wissen, dass es mal einen Koriat-Laden in der Neuköllner Pannierstraße gab, aus der sonntags die Hipster-Schlange bis zum Maybachufer reichte, dass nun aber seit einiger Zeit die Kreuzberger Bravo Bravko Kuchenwerkstatt nach Koriat-Rezepten backt und bald auch in Schöneberg wieder ein echter Koriat eröffnen soll. Kuchenguru Aviv Koriat wuchs in den 60ern in einem Kibbuz in Israel auf, seine Backkunst vereint Einflüsse aus Deutschland, Österreich, Frankreich, Ägypten, Marokko und Argentinien. Eine sensationelle Backmischung!


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